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LEIDEN UNTER HÄMORRHOIDEN

viele Menschen leiden unter Hämorrhoiden – Männer etwas häufiger als Frauen, und trotzdem haben die Betroffenen oft Hemmungen, mit ihrem Urologen über ihr »heimliches Leiden« zu sprechen. Die Schilderung von Beschwerden im Bereich des Afters (Analbereich) ist vielen Menschen peinlich und wird deshalb möglichst vermieden. So werden Hämorrhoidalleiden oft sehr spät erkannt und behandelt. Neben einer beachtlichen Einbuße an Lebensqualität sind unnötige und vor allem vermeidbare Komplikationen häufig die Folge.

Leiden unter HämorrhoidenHämorrhoiden? Die beruhigende Nachricht vorweg:
Hämorrhoiden sind nichts Bösartiges, aber sie sind unangenehm und bereiten Beschwerden. Ihre Ausprägung kann im Laufe der Zeit zunehmen, weshalb sie unbedingt frühzeitig behandelt werden müssen. Erste typische Anzeichen für Hämorrhoiden sind hellrotes Blut im Stuhl, Blutspuren am Toilettenpapier oder in der Unterwäsche.

Hämorrhoiden – was verbirgt sich hinter diesem schwierigen Namen?
Das Wort »Haemorrhoiden« kommt aus dem Griechischen und bedeutet nichts anderes als »Blutfluss«. Die Hämorrhoiden bilden in der Schleimhaut des unteren Enddarmes ein dichtes Gefäßpolster, das als Schwellkörper dient. Zusammen mit dem inneren und dem äußeren Schließmuskel des Afters hat dieses Gefäßgeflecht die Aufgabe, den Darm nach außen hin abzudichten. Es liegt etwa 3-4 cm oberhalb des Afters (lateinisch Anus) im Analkanal und ist bei einer Untersuchung mit dem Finger normalerweise nicht tastbar.

Vom Krankheitsbild »Hämorrhoiden« spricht die Medizinische Wissenschaft erst dann, wenn sich in diesem Gefäßpolster das Blut staut und nicht mehr ungestört abfließen kann. Die Folge: Die kleinen arteriellen Blutgefäße des Schwellkörpers, die sauerstoffreiches und daher helles Blut transportieren, erweitern sich und bilden – meist an typischen Stellen – knotenartige Vorwölbungen der Schleimhaut.

Was ist die Ursache?
Hämorrhoiden gelten als Zivilisationskrankheit: Ungesunde Ernährungsgewohnheiten mit wenig Ballaststoffen, zu geringe Trinkmengen, eine sitzende Tätigkeit verbunden mit Bewegungsmangel, Pressen beim Stuhlgang (harter Stuhl) und eine angeborene oder erworbene Bindegewebsschwäche tragen zur Entstehung von Hämorrhoiden bei. Hinzu kommt die häufige Unterdrückung des natürlichen Stuhlgangs. Dies führt auf Dauer zu Verstopfung und schließlich zur Gewöhnung an Abführmittel – ein Teufelskreis, der nur schwer zu durchbrechen ist.

Was ist typisch für Hämorrhoidalleiden?
Typische Hämorrhoiden-Symptome sind Juckreiz, Brennen und Nässen, Nachschmieren von Stuhl, hellrote Blutauflagerungen auf dem Stuhl und am Toilettenpapier bzw. in der Unterwäsche oder auch ein Gefühl der unvollständigen Stuhlentleerung. Meist kommen mehrere Symptome zusammen, die für die Betroffenen sehr unangenehm sind und das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen können. Wie viele Menschen in der Bundesrepublik solche Beschwerden haben, ist nicht genau bekannt. Es wird vermutet, dass jeder zweite über 30-Jährige gelegentlich oder häufiger an Hämorrhoidalbeschwerden leidet. Sicher ist, dass ein beachtlicher Anteil der älteren Menschen unter Hämorrhoidalbeschwerden leidet.

Nicht immer sind es Hämorrhoiden…
Wenn es im Analbereich schmerzt, juckt oder blutet müssen nicht immer Hämorrhoiden die Ursache sein: Die Haut rund um den Darmausgang ist sehr empfindlich. Es kommt leicht zu Reizungen, Verletzungen oder Entzündungen. So kann z.B. auch eine Analfissur entstehen: Darunter versteht man einen tiefen Einriss oder ein Geschwür der Analschleimhaut, der sich mit der Zeit entzünden kann. Die Fissur kann sehr schmerzhaft sein, weshalb der Spannungszustand des Schließmuskels erhöht ist (Schließmuskelkrampf). Auch ist sie häufig von geringen Blutungen begleitet. Peri-Analekzeme (entzündliche Hauterkrankung im Bereich des Afters), und Marisken(harmlose knotige Hautläppchen) können sich ebenfalls im Analbereich bilden. Bei häufiger auftretenden oder anhaltenden Beschwerden im Analbereich sollten Sie unbedingt Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt aufsuchen. Hinter diesen Symptomen könnte sich auch eine ernste Erkrankung verbergen, was allerdings sehr selten ist. Nur Ihr Urologe kann diesen Verdacht ausräumen.

Sie können selbst zur erfolgreichen Behandlung beitragen
Eine Lebensweise mit ballaststoffarmer Ernährung und wenig Bewegung kann das Entstehen von Hämorrhoiden begünstigen. Sie ist jedoch in den meisten Fällen nicht die alleinige Ursache. Wenn Sie Ihre ungesunden Lebensgewohnheiten ändern, ist dies der erste Schritt zur Vorbeugung und Besserung Ihrer Hämorrhoidalbeschwerden.

Hämorrhoiden-Vorbeugung durch richtige Ernährung
Sicher kennen Sie das Sprichwort: >>Du bist, was Du isst. <<
Das trifft in übertragenem Sinn auch für die Entstehung von Hämorhoiden zu. Zwischen Ernährung und Hämorrhoiden besteht- so erstaunlich das auf den ersten Blick erscheinen mag – ein enger Zusammenhang. Bei Hämorrhoidenbeschwerden sollte alles dafür getan werden, dass der Stuhlgang auf natürliche Art und Weise gefördert und der Darm gesunderhalten wird. Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung, die zudem fettarm und nicht zu scharf gewürzt sein sollte, sorgt für eine regelmäßige Darmentleerung, weich geformte Stühle und vermindert so Reizungen der Analschleimhaut.

Überprüfen Sie Ihren Speisezettel
Sehr empfehlenswert ist ein Frühstück mit Frischkornmüsli
und Vollkornbrot. Rohkostsalate aller Art sollten täglich auf den Tisch kommen. Auch Milchprodukte wie Buttermilch, Quark, Joghurt und Käse sollten zu Ihren bevorzugten Lebensmitteln gehören. Genießen Sie zum Nachtisch und zwischendurch viel frisches Obst und verzichten Sie dafür auf Weißbrot, Süßigkeiten, Sahnetorte und Kuchen. Sorgen Sie täglich für ausreichende Trinkmengen(2-3 Liter Mineralwasser, Früchte- oder Kräutertees), den Genuss von Alkohol und Kaffee sollten Sie einschränken. Bei stopfenden Nahrungs- und Genussmitteln wie Schokolade, Coca Cola, Kakao und schwarzem Tee sollten Sie Zurückhaltung üben. Auch stark blähende Speisen wie Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Kohl usw. sollten nur selten auf dem Speiseplan stehen.

Hygiene ist mehr als nur Händewaschen
Hygiene beginnt schon bei der Auswahl der Unterwäsche. Als Faustregel gilt: Nur 100%ige Baumwolle ist 100%ig richtig für Sie. Im Gegensatz zu Kunstfasern ist Baumwolle besonders hautfreundlich, atmungsaktiv und ermöglicht eine ausreichende Schweißaufnahme. Die richtige Analhygiene hilft, Beschwerden wie Schmerzen, Brennen und Juckreiz zu lindern. Deshalb sollten Sie den Analbereich nach jedem Stuhlgang vorsichtig mit lauwarmem Wasser säubern. Benutzen Sie dazu entweder einen Einmalwaschlappen, einen dicken Wattebausch oder extra weiches Toilettenpapier. Obligat ist aber das anschließende sorgfältige Abtrocknen (nicht rubbeln, nicht reiben, nur vorsichtig trocken tupfen)! Bei starken Schmerzen oder unerträglichem Juckreiz bringt eine Salbe oder auch ein Zäpfchen mit einem lokalem Betäubungsmittel(Lokalanästhetikum) z.B. Lidocain häufig(vorübergehende) Linderung.

Regelmäßige Verdauung ist wichtig
Viele Menschen leiden unter Verdauungsbeschwerden (Verstopfung). Wenn Sie davon betroffen sind, sollten Sie unbedingt mit Ihrem Urologen darüber sprechen. Vermeiden Sie die Anwendung von Abführmitteln. Sie reizen den Darm, führen zu Darmträgheit und auf Dauer zu immer stärkeren Beschwerden. Mit viel Bewegung, einer konsequenten Umstellung der Ernährung und ein bisschen Geduld werden Sie es schaffen, auf ganz natürliche Weise eine regelmäßige Verdauung zu erreichen. Es ist nicht erforderlich, den Stuhlgang täglich zu erzwingen. Dagegen sollte man auftretenden Stuhldrang auch beim spannendsten Fernsehfilm, bei wichtigen Besprechungen oder auf langen Autofahrten nicht unterdrücken, sondern nach Möglichkeit die nächste Toilette aufsuchen. Je länger der Stuhl im Darm bleibt, desto fester wird er, und umso schmerzhafter ist die Darmentleerung. Starkes Pressen und vor allem das so genannte Nachpressen bei zu festem Stuhl kann die Ausprägung einer Hämorrhoidalerkrankung verstärken und die Verletzungs- und Blutungsgefahr der Hämorrhoidal-Gefäße erhöhen.

Bequemlichkeit ist nichts für Hämorrhoiden
Autositz, Fernsehsessel und Bürostuhl sind wahre Förderer von Hämorrhoidalbeschwerden. Bequemlichkeit ist aller Leiden Anfang. Hämorrhoiden muss man Beine machen. Laufen, Wandern, Gymnastik, Schwimmen oder Radfahren sind ein guter körperlicher Ausgleich. Joggen, Tennis und Springen dagegen nicht, da hier der Beckenboden übermäßig belastet wird und die Beschwerden dadurch zunehmen können. Benutzen Sie die Treppe statt den Lift, erledigen Sie kleine Besorgungen zu Fuß und nicht mit dem Auto. Verschaffen Sie sich zwischendurch soviel Bewegung wie möglich. Selbst im Sitzen können Sie trainieren: Pressen Sie den Schließmuskel fest zusammen als ob Sie den Stuhlgang unbedingt verhindern wollten. Zählen Sie bis 10, und lassen Sie danach wieder locker. Wiederholen Sie diese Übung 30-40mal, möglichst mehrmals täglich. Dieses Training können Sie völlig unauffällig überall durchführen. Der Erfolg stellt sich allerdings erst nach Wochen ein, deshalb ist ein regelmäßiges Langzeittraining wichtig.

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