DOWNLOADS
MERKBLATT - FÜR PATIENTEN MIT CHEMOTHERAPIE
Als Patient, der sich einer Chemotherapie unterziehen wird, muß man keineswegs alles über sich ergehen lassen. Sie haben die Möglichkeit, die Behandlung mitzugestalten und können vieles dazu beitragen, dass die Chemotherapie optimal wirkt.
Von großer Bedeutung sind dabei 2 Punkte: Zum einen sind die persönliche positive Haltung, also die innere Einstellung zur gewählten Therapie und das Vertrauensverhältnis zu uns und unseren Mitarbeiterinnen entscheidend. Sie werden vielleicht durch Bekannte oder Zeitungsberichte mit beängstigenden und vorurteilsbehafteten Äußerungen Zweifel bekommen. Sprechen Sie uns an. Im Gespräch kann man oft vieles klären. Zum anderen ist das richtige "Miteinander" wichtig. In der Krebserkrankung und nicht in der Chemotherapie Ihren Gegner zu sehen – die Behandlung besser zu ver- und ertragen – das hilft sehr. Wir, als Ihre behandelnden Ärzte sind Verbündete im Kampf gegen die Erkrankung.
Aber auch zusätzliche Verhaltensmaßnahmen können erheblich dazu beitragen, die Belastung, die eine Chemotherapie ohne Zweifel darstellt, zu mindern.
Da die Chemotherapie häufig Blutbildveränderungen verursacht, muss dies regelmäßig kontrolliert werden. Hierzu wird Ihnen regelmäßig in der Praxis Blut abgenommen. Noch am gleichen Tag oder einen Tag später sollte, ggf. telefonisch, hierüber eine Rücksprache erfolgen. Die organisatorischen Details hierzu werden wir situationsbezogen kurzfristig mit Ihnen besprechen. Die Blutwerte werden in den hierfür vorgesehenen Bogen dokumentiert.
Allgemeine Ernährung
In der Presse und in manchen Büchern werden oft spezielle Krebsdiäten angepriesen. Dies ist während einer Chemotherapie nicht erforderlich. Manche dieser oft sehr einseitigen Diätkuren können sogar schaden. Grundsätzlich können Sie das essen, was Ihnen schmeckt und worauf Sie gerade Lust haben. Gelegentlich kommt es unter Chemotherapie zu Geschmacksstörungen. Hier hilft es oft, etwas intensiver mit Kräutern zu würzen. Nicht zuletzt bedeutet so zu essen auch Lebensqualität.
Achten Sie aber darauf, eher kleine Portionen zu essen, und nehmen Sie lieber öfters eine zusätzliche kleine Mahlzeit zu sich. Eine ausgewogene Zusammensetzung mit genügend Gemüse, Obst und Milchprodukten ist wichtig. Ziel der Ernährung ist, das Gewicht konstant zu halten. Daneben sollte das Essen ausreichend Ballaststoffe enthalten, um einer Verstopfung vorzubeugen. Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mindestens 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit pro Tag ist sehr wichtig. Eine richtige, ausgewogene Ernährung ist eine wichtige Grundlage für den Erfolg der Tumorbehandlung.
Oft ist es günstig, täglich Ihr Gewicht zu messen. Bei größeren Schwankungen teilen Sie es uns bitte mit.
Alkohol und Nikotin
Bei einer Chemotherapie muss der Körper, wie Sie gelesen haben, einiges aushalten. Daher ist es klug, wenn man weitere Belastungen z. B. durch Alkohol und/oder Nikotin vermeidet. Versuchen Sie möglichst nicht oder wenig zu rauchen, und Alkohol allenfalls in kleinen Mengen zu trinken.
Muss man sich bei einer Chemotherapie besonders schonen?
Jeder Patient erlebt eine Chemotherapie unterschiedlich. In wie weit man beeinträchtigt wird, ist längst nicht immer sicher voraus zu sagen, da viele Faktoren dies beeinflussen. Von Bedeutung sind die Art der Chemotherapie, die Dauer und Dosis der Medikamente, Alter und Begleiterkrankungen und natürlich auch die allgemeine Verfassung. Die wenigsten Menschen werden durch eine Chemotherapie so mitgenommen, dass sie sich absolut schonen müssen. Eine gewisse Belastung kann sogar durchaus im Einzelfall nützlich sein, um den Körper "in Schuss" zu halten. Sie sollten also durchaus versuchen, Ihre allgemeinen Aktivitäten bei zu behalten. Sogar Sport in Maßen ist dabei möglich. Eine übermäßige Schonung ist weder für den Erfolg der Behandlung, noch für die Vermeidung eines Rückfalls entscheidend. Allerdings sollten Sie Extrembelastungen vermeiden.
Es kann aber auch so sein, dass die Chemotherapie sie so beeinträchtigt, dass Sie sich den üblichen Anforderungen nicht mehr so gewachsen fühlen. Es ist dann kein Zeichen von Schwäche, sondern von Vernunft, wenn Sie etwas kürzer treten. Wenn die weißen Blutkörperchen vermindert sind, sollten Sie wegen der Infektgefährdung Menschenansammlungen, erkrankte (Enkel-) Kinder, öffentliche Verkehrsmittel oder Büros meiden. Eine stationäre Aufnahme zur intravenösen Antibiotikatherapie ist meist nur bei Infektzeichen (z.B. hohes Fieber) oder bei niedrigen Leukozyten (Leuko- Neutropenie) notwendig. Krankenhausbakterien sind manchmal gefährlicher als die Erreger zuhause.
Körperpflege
Wenn ein Auto oder eine sonstige Maschine stark beansprucht ist, muss sie sorgfältig gewartet werden. Für uns sollte das umso mehr gelten. Eine sorgfältige Körperpflege ist während einer Chemotherapie noch wichtiger als zu Zeiten der Gesundheit. Regelmäßiges Zähneputzen mit einer sauberen weichen Zahnbürste hilft Infektionen im Mund und Rachenbereich zu verhindern. Regelmäßiges Baden oder Duschen mit nicht allzu heißem Wasser entfernt Krankheitskeime am Körper. Wegen Blutungs- und Verletzungsgefahr sollten Sie die Nägel nicht schneiden, sondern lieber feilen. Die Bartrasur ist mit dem elektrischen Rasierapparat am besten geeignet. Achten Sie auf Ihren Körper, betrachten Sie ihn regelmäßig. Veränderungen sollten Sie uns zeigen.
"Alternative Krebstherapie"
Die Entscheidung zu einer möglicherweise belastenden Chemotherapie fällt schwer. Da liegt es nahe zu fragen, ob es nicht einfachere Alternativen gibt. In der Laienpresse und auch anderswo werden viele Behandlungsformen angepriesen, von denen behauptet wird, dass sie Krebserkrankungen heilen können und das auf natürliche, sanfte Weise. Von speziellen Diäten, von Kräuter- Behandlungen ist da die Rede, pseudotechnische Verfahren wie Sauerstoff- Krebs-Mehrschritt-Therapie werden empfohlen oder auch indische und chinesische Medizin. Wissenschaftlich verwertbare und nachvollziehbare nützliche Ergebnisse konnte allerdings keines dieser Verfahren bis heute glaubhaft belegen.
Die Motive, die hinter solchen Empfehlungen stehen, sind nicht immer lauter. Nicht selten wird sogar die Notlage von Krebspatienten ausgenutzt, um dubiose Geschäfte zu machen. Seien Sie bei als Wundermittel angepriesenen Medikamenten oder Verfahren skeptisch und fragen Sie uns dazu. Auf keinen Fall sollten Sie eine erkennbar erfolgreiche Chemotherapie zugunsten solcher Methoden abbrechen.
Was geschieht nach der Krebsbehandlung?
Wenn die Chemotherapie abgeschlossen ist, besteht oft die berechtigte Hoffnung, dass damit die Erkrankung nicht mehr nachweisbar ist, oder dass sie zumindest zum Stillstand gekommen ist. Eine Garantie darauf gibt es freilich nicht. Die Krebserkrankung kann auch nach zunächst erfolgreicher Behandlung wieder auftreten. Eine regelmäßige weitere Betreuung ist daher wichtig, um sicherzustellen, dass Rückfälle baldmöglichst erkannt und behandelt werden können. Auch Folgen der Krebserkrankung oder der Behandlung können zusätzliche Maßnahmen erfordern.
Bei Fragen sprechen Sie uns bitte an!







