KRANKHEITSBILDER

HODENHOCHSTAND, LEISTENHODEN, PENDELHODEN, GLEITHODEN: DIAGNOSTIK, THERAPIE UND LANGFRISTIGE KONSEQUENZEN

Michael J. Mathers, Herbert Sperling, Herbert Rübben, Stephan Roth

Beim Hodenhochstand wird durch die verspätete
Verlagerung des Hodens in das Skrotum die Voraussetzung
für seine normale Entwicklung potenziell
gestört. Selbst nach zeitgerechter Behandlung stellt die
reduzierte Fertilität die Hauptkomplikation des primären
Hodenhochstands dar, denn erste histopathologische Veränderungen
(Leydigzell-Hypoplasie) werden bereits in den
ersten Lebensmonaten fassbar. Es gibt Anhaltspunkte,
dass vielerorts die Therapie zu spät begonnen wird. Hormontherapie
und Operation ergänzen sich und sollten vor
dem ersten Geburtstag abgeschlossen sein.

(Diese Information ist sehr ausführlich und nur für den sehr interessierten Leser bestimmt)

Hodenhochstand, Leistenhoden, Pendelhoden, Gleithoden: Diagnostik, Therapie und langfristige KonsequenzenHodenhochstand ist die häufigste genitale Fehlbildung
bei Jungen. Der Regelmechanismus des
pränatalen, testikulären Deszensus ist noch nicht völlig
geklärt, aber es gibt deutliche Hinweise, dass endokrine,
genetische und Umweltfaktoren beteiligt sind (1, e1).
Die Therapie des nicht deszendierten Hodens sollte
nach sechs Monaten beginnen und idealer Weise bis
zum ersten Geburtstag des Patienten abgeschlossen sein
(2). In Deutschland herrscht allgemeine Übereinstimmung,
dass das Bewusstsein für eine rechtzeitige Therapie
des Hodenhochstandes geschärft werden sollte (3).
Die Behandlung umfasst dabei hormonelle und/oder
operative Therapieansätze. Männer mit unbehandeltem
beidseitigem Hodenhochstand haben eine eingeschränkte
Fertilität (e2). Durch die frühzeitige Behandlung
kann potenziell das Risiko der Infertilität vermindert
werden, das Malignitätsrisiko bei Behandlung vor
dem 13. Lebensjahr wahrscheinlich jedoch nicht (4).
Die skrotale Positionierung erlaubt aber eine bessere
Untersuchung des Hodens, sodass eine diesbezügliche
frühzeitige Entdeckung einer Malignitätsentwicklung,
in der Regel durch die Eigenuntersuchung, gewährleistet
wird (5, e3). Nach der Therapie ist in den aktuellen
S2-Leitlinien eine konsequente Nachsorge bis zu einem
Jahr postoperativ genau beschrieben (2). Im Erwachsenenalter
gibt es keine konsensuale Empfehlung, obwohl
bekannt ist, dass ein Hodenhochstand langfristige Konsequenzen
der Hodenfunktion und die Entwicklung eines
Hodenkarzinoms, selbst nach erfolgreicher Behandlung,
mit sich bringen kann. Letzteres trifft besonders zu
für Jungen, die verspätet behandelt werden (4).
Ziel und Methode der Übersichtsarbeit
Der Beitrag gibt eine Übersicht über die Diagnostik und
Therapie des Hodenhochstandes und geht insbesondere
auf die langfristigen Konsequenzen ein. Die Literatursuche
erfolgte im Januar 2008 über pubmed ohne rückwirkende
zeitliche Beschränkung mit den folgenden
Stichworten: "cryptorchidism", "maldescensus testis",
"aetiology", "semen quality" und "testicular cancer".
Systematische Übersichten und, wenn vorhanden, Metaanalysen
randomisierter, kontrollierter Studien wurden
identifiziert und anschließend mit den inhaltlichen Kriterien
verknüpft. Die aktuelle S2-Leitlinie von Januar 2008
zum Hodenhochstand von der Deutschen Gesellschaft für
Kinderchirurgie, der Deutschen Gesellschaft für Urologie,
der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin
wurde besonders berücksichtigt.

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