KRANKHEITSBILDER
KINDERUROLOGIE - ALLGEMEINE INFORMATIONEN, LEISTENHODEN, PHIMOSE (VORHAUTENGE), EINNÄSSEN,
Bei besonderem Interesse können Sie hier weitere Information zu folgenden Gebieten lesen:
(Einen fachlichen Artikel von uns über Hodenhochstand können Sie unter Wissenschaft/Studien nachlesen).
1. Hodenhochstand/Leistenhoden
2. Phimose - Vorhautverengung
3. Einnässen
4. Harnwegsinfektion
5. Harnröhrenverengung
"Können denn Kinder auch schon urologische Probleme haben ?" - ist die immer wieder überraschte Frage.
Urologie und Kinderurologie beschäftigen sich natürlich mit den gleichen Organsystemen - Nieren, Nebennieren, Blase, Prostata und Samenblasen sowie Hoden, Nebenhoden und Penis -, aber jede Altersklasse hat ihre eigenen, altersspezifischen Erkrankungen.
Kinder können im Laufe ihrer Entwicklung an Störungen und Verzögerungen leiden, die zu vielfältigen altersspezifischen Krankheitsbildern führen können. Hiermit beschäftigt sich die unter anderem die Kinderurologie. Manche müssen umgehend behandelt werden, während der erfahrene Untersucher bei anderen Krankheitsbildern nur eine verzögerte Reifung erkennt, die alleine durch weitere Beobachtung ohne operativen Eingriff nachreift und sich schließlich vollkommen normalisiert. Wir sehen dies insbesondere bei einigen Nierenbecken- und Blasenerkrankungen. Demgegenüber müssen Hodenerkrankungen unbedingt zeitgerecht operiert werden, um Schäden an dem hochsensiblen Reproduktionssystem zu verhindern. Kinderurologie bedeutet aber nicht nur operative Urologie, sondern auch konservative Behandlung von Harnwegsinfektionen, hormonelle Stimulationstherapien bei Reifestörungen urologischer Organsysteme und Biofeedback-Therapie bei Fehlfunktionen der Beckenbodenmuskulatur bzw. deren Nervenleitung. Da alle diese Therapien auch in andere Organsysteme übergreifen, kann eine echte kinderurologische Versorgung immer nur im Zusammenspiel mit einer voll ausgestatteten urologischen Abteilung funktionieren.
1. Hodenhochstand/Leistenhoden
Bei der Neugeborenenuntersuchung achtet der Kinderarzt auch auf die normale Entwicklung des äußeren Genitale. Sind beide Hoden normal angelegt und im Hodensack? Im Laufe der fetalen Entwicklung wandern die Hoden durch den Leistenkanal in den Hodensack. Bei einer Störung resultiert im leichtesten Fall ein sogenannter Pendelhoden, der gelegentlich in den Leistenkanal verschwindet, aber immer manuell wieder in den Hodensack zurückverlagert werden kann. Bei einer stärkeren Störung resultiert der sogenannte Gleithoden, der zwar manuell in den Hodensack gezogen werden kann, aufgrund des zu kurzen Samenstrangs bleibt er aber nicht dort, sondern gleitet wieder zurück in den Leistenkanal. Aus höhergradigen Entwicklungsstörungen resultiert der permanente Leistenhoden oder im Extremfall der Bauchhoden. Mit Ausnahme des Pendelhodens benötigen alle Formen des Hodenhochstands eine Behandlung.
Beide Hoden müssen bis zum 2.Lebensjahr im Hodensack liegen, da sie sonst durch eine zu hohe Temperatur irreversibel geschädigt werden und damit später die Fortpflanzungsfähigkeit hochgradig gestört wird.
Individuell wird das Therapiekonzept festgelegt - das reicht von Hormon-Nasensprays über eine hochdosierte Injektionsbehandlung bis zur operativen Hodenverlagerung in den Hodensack. Diese Operationen werden von uns ambulant im Krankenhaus Herminghausstift in Wülfrath durchgeführt.
Für genauere Information siehe unter Krankheitsbilder -> Kinderurologie -> Leistenhoden.
2. Phimose - Vorhautverengung
Im Neugeborenenalter ist die Phimose, also die Verengung der Vorhaut, normal. Im Laufe des weiteren Wachstums entsteht eine normal weite Vorhaut, die mit dem vierten Lebensjahr vollständig bis in die sogenannte Kranzfurche "zurückziehbar" sein muss.
Im vierten Lebensjahr ist die Korrektur der verengten Vorhaut die häufigste kinderurologische Operation. Mit mikrochirurgischen Techniken bemühen wir uns heute, vorhauterhaltend zu operieren, so dass man nach der Phimosekorrektur keine Veränderungen mehr erkennen kann. Auch wenn es sich bei der sogenannten Beschneidung (Circumcision) um eine eher einfache Operation handelt, beweisen doch die vielen Nachfolgeoperationen zur Sanierung auswärtiger Voroperationen - sei es aus kosmetischer oder funktioneller Ursache -, dass gerade diese "einfachen Operationen" mit größter Sorgfalt und Erfahrung durchgeführt werden müssen, um den kleinen Patienten eine Zweitoperation zu ersparen.
Verklebungen der Vorhaut sollten mit Ende des dritten Lebensjahres gelöst sein. Die Ursache bei länger bestehenden Verklebungen ist oft ein sogenanntes kurzes "Bändchen" (Frenulum), also eine Verkürzung des Vorhautbändchens, so dass das normale zurückziehen der Vorhaut schmerzhaft ist und von den Kindern vermieden wird. Eine Tatsache, die vielen Eltern nicht bekannt ist und zu vielen unnötigen, aber schmerzhaften Versuchen führt, die Vorhaut zur Weitung manuell zurückzuziehen.
3. Einnässen
Mit Beginn des Kindergartenalters stellen viele Eltern ihre kleinen "Patienten" mit nächtlichem Einnässen vor. Wenn nicht gerade eine häufige Assoziation mit Harnwegsinfekten besteht, ist in diesem Alter noch keine weiterreichende urologische Diagnostik indiziert. Hier wird meist eine erweiterte pädiatrische, z. T. auch psychologische Diagnostik nötig (siehe auch Kinderurologie – Einnässen unter Krankheitsbilder).
4. Harnwegsinfektion
Harnwegsinfektionen, insbesondere fieberhafte, die immer eine Nierenmitbeteiligung bedeuten, bedürfen der näheren Untersuchung. Mit Einführung der Ultraschalldiagnostik in den siebziger Jahren, hat die Röntgenuntersuchung nur noch eine geringe Bedeutung in der Primärdiagnostik.
Aufgrund der kürzeren Harnröhre sind Jungen im Verhältnis 1:4 gegenüber Mädchen mit Harnwegsinfektionen beteiligt. Bei mehrfachen Harnwegsinfektionen ist immer eine urologische Abklärung indiziert.
5. Harnröhrenverengung
Auch im Kindesalter gibt es Störungen des Harnflusses. Natürlich ist in diesem Alter nicht die Prostata ursächlich verantwortlich. Bei Kindern sind es vielmehr Harnröhrenengen, angeboren und erworben, sogenannte Harnröhrenklappen, die unerkannt bis zur Niereninsuffizienz und Dialysepflicht im Kindesalter führen können, und die Vielzahl psychisch bedingter Beckenbodenverspannungen, die eine aufwendige urologische und neuro-urologische Abklärung erfordern. Voraussetzung sind hierfür winzige Spiegelinstrumente mit Videoübertragung und Laserbehandlungsmöglichkeit, um keine Schäden an den empfindlichen kindlichen Organstrukturen zu riskieren .
Die Kinderurologie ist ebenfalls eins unserer hauptsächlichen Interessengebiete. Neben den konservativen Behandlungsmöglichkeiten bieten wir selbstverständlich auch ambulante Operationen an, die im Helios Krankenhaus Wuppertal-Barmen durchgeführt werden.
Sprechen Sie uns an.
Bei bedarf können die Kinder und ggf. Eltern auch stationär aufgenommen werden.







