WISSENSCHAFT UND STUDIEN
GESUNDHEITSVERHALTEN VON MÄNNERN MIT EREKTILER DYSFUNKTION – INFORMIEREN MÄNNER IHRE PARTNERINNEN ÜBER EINE PDE5-MEDIKATION?
Klotz T.; Mathers M.J.; Klotz R.; Sommer F.
Der Urologe Supple 1, Band 45,53, 2006
ED und PDE5-Inhibitoren – Was weiß die Partnerin?
T. Klotz1, M.J.Mathers2, R. Klotz3, F. Sommer4
1Klinik für Urologie und Kinderurologie, Klinikum Weiden
2Praxis für Urologie, Remscheid
3Praxis für Allgemeinmedizin, München
4Department für Männergesundheit, Klinik für Urologie, Hamburg
Ziele: Eine Einbeziehung der Partnerin in die Therapie einer ED ist prinzipiell sinnvoll. Es wurde untersucht, ob die Partnerinnen über eine PDE5-Inhibitoren Einnahme informiert sind.
Material und Methoden: Im Zeitraum von 21 Monaten (6/2003-2/2005) wurden 216 heterosexuelle Patienten (mittl .Alter 62,5 J) mit erektiler Dysfunktion an drei unabhängigen Ambulatorien erfolgreich mit PDE5-Inhibitoren eingestellt. 82% Patienten wiesen eine organische Genese der Erektionsstörung auf. Alle Patienten wurden bei Erstkontakt zur Partnerschaft und im Intervall (> 1 Monat) befragt, ob sie ihre Partnerin über die PDE5-Inhibitoren Einnahme informiert haben.
Ergebnisse: 84% Patienten berichteten über eine feste Partnerschaft, 10% nach eigenen Angaben wechselnde Partnerinnen und 6% wollten keine Angaben zur Partnerschaft geben. 20% Patienten wiesen eine schwerwiegende ED (IIEF-Score<11), 49% Patienten eine mäßiggradige ED (IIEF 11-16) und 31% Patienten eine leichtgradige ED (IIEF>16) auf. Patienten mit schwerer ED nahmen durchschnittlich 1,2/Monat, bei mittlerer ED 2,1/Monat und bei leichter ED 2,9/Monat PDE5-Inhibitoren ein.
41 von 44 (93%) der Patienten mit schwerer ED informierten die Partnerin über eine PDE5-Inhibitoreneinnahme. Nur 49 der 105 (47%) der Patienten mit mäßiggradiger ED und 14 der 67 (21%) der Patienten mit leichter ED informierten ihre Partnerinnen über die PDE5-Inhibitoreneinahme.
Schlussfolgerungen : Bei fast allen Patienten mit schwerer ED ist die Partnerin in eine Medikation mit PDE5-Inhibitoren einbezogen. Dagegen informieren weniger als 40% der Männer mit mäßiggradiger/leichter ED ihre Partnerin. Nach wie vor ist für viele Männer eine erektile Funktionsstörung so belastend, dass sie sich ihrer Partnerin nicht anvertrauen.






